Kontaktanzeigen frau sucht mann Leverkusen

„Eine kinderliebe Frau, die gerne im eigenen Haus wohnt“, das war zu langfristig gedacht. Eigentlich wünscht sich Claudia Müller – noch nicht lange ohne feste Beziehung – in diesem Moment nur, an Weihnachten nicht alleine zu sein. „Ich trage den Wallepulli bis heute, er ist ein Symbol unserer Liebe“, sagt Claudia Schmitz. Um diesen frisch Verliebten nicht länger zuschauen zu müssen, vergräbt sie sich hinter zwei Seiten der Kontaktbörse im „Kölner Stadt-Anzeiger“. Zwei weitere interessieren sie wegen des Stils, aber der Inhalt passt nicht. Zwei Jahre danach kommt das zweite Kind auf die Welt.

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Sie wollte doch nur ins Kino, rief Freundinnen an, ohne Erfolg. Weil sie, eine kontaktfreudige 29-Jährige es „doch eigentlich nicht nötig hatte“, auf diese Art einen Mann zu suchen.

Egal, dass ihre Anzeige im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 3./4.

„Ich konnte ihn ganz spontan zu meiner Marokko-Reise dazu buchen.“ Und sie beschreibt die gemeinsame Leidenschaft für fremde Kulturen.

Die beiden übten mit ihrem Boot auf der Biggetalsperre, bereisten Flüsse und Seen und trauten sich aufs Mittelmeer in die türkische Ägäis; schließlich besuchten sie fünf Wochen die Bahamas.

Claudia Müller packt Abscheu, Neid und Melancholie. “, fragt sich die Ergotherapeutin, während sie zwei Anzeigen ins Visier nimmt und im Geiste schnell markiert – Variante 1 und 2, ohne zu begreifen, dass sie vom selben Adressaten stammen.

„Wenn die einen so Netten kriegt, warum dann nicht ich?

Es begann mit einem strategischen Kniff – der auch gewaltig hätte schief gehen können. Claudia Müller sitzt an einem vorweihnachtlichen Samstag in einem Café in der Südstadt. Andererseits treibt sie die Ansage ihres Ex-Freundes um, sie erst in Ruhe zu lassen, wenn es einen Anderen in ihrem Leben gibt. Claudia Müller, 33 Jahre jung und „Stadtmensch durch und durch“, hatte vor den anschließenden ausufernden, aufregenden und authentischen Telefonaten weder Kinder noch Eigenheim im Sinn. Aber hegte einen Wunsch: Auch das Äußere der Person kennenzulernen, in deren Stimme, Worte und Gedanken sie sich längst verliebt hatte. „Sackjacke hin, Wallepulli her, seitdem lassen wir uns nicht mehr los“, sagt Claudia Schmitz. Genauso wenig wie aus dem Wallepulli machen sie einen Hehl aus der Tatsache, sich über eine Annonce kennengelernt zu haben.

Denn wenn Claudia Schmitz , die damals noch Müller heißt, an diesem Wochenende im Dezember 2001 kapiert hätte, dass der Absender der einzigen beiden Anzeigen, die sie interessierten, noch für zwei andere verantwortlich ist, hätte sie „die Finger davon gelassen“ – und einen größenwahnsinnigen Protz oder eine gespaltene Persönlichkeit dahinter vermutet. Also meldet sie sich am nächsten Tag auf die zwei markierten Anzeigen. „Und umgekehrt“, betont Max Schmitz – „auch wenn zwei Menschen nicht unterschiedlicher sein können“. „Und telefonieren jeden Tag, schließlich haben wir über Worte zueinander gefunden“, sagt ihr Mann. „Wir sind sofort offen damit umgegangen, unserer Familie, Freunden, Kollegen und später unseren Söhnen gegenüber“, sagt Claudia Schmitz.

Juli erscheint, ist eher ihrer Wut auf die Situation als ihrer Sehnsucht nach der großen Liebe geschuldet.

Weshalb in der Annonce auch nicht von einem Ehemann die Rede ist, sondern von einem sportlichen Menschen, der sich mit ihr zum Narren macht.

Ihre erste gemeinsame Reise führte nach Dresden – Ingrid Mehr ist Mitglied im Freundeskreis „Dresdner Frauenkirche“, er hatte in Dresden studiert.